ENDSTATION JAZZ? - 3.11.2012, 20 Uhr, MAN-Musaum


Improvisation und Interpretation — Notation und Freiheit im Ausdruck.
Neue Musik meets Jazz, veranstaltet vom Theater Augsburg.

Igor Strawinsky - piano rag music
für Klavier solo

Tobias PM Schneid - „Lonely Monk's Reflections on Reprocreational Aspects in Fractal Organisations II“
für Solo-Klavier, Flöte, Oboe, Baßklarinette,Trompete, Percussion, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabaß

Battaillon Modern - endloses denken, grauzone, martial marcos mental march, kaspar melchior balthasar (Neue Stücke von Josef Reiter Mergel)
für Sax, Gitarre, Tuba und Schlagzeug

Michael Riessler - „repro“ (UA, ermöglicht durch die Ernst von Siemens Musikstiftung)
für Solo-Bassklarinette, Streichquartett, Klavier, Tenorsaxophon, Klarinette, Drums und Zuspielband

Leitung: Dirk Kaftan

Solisten: Andreas Skouras (Klavier) und Michael Riessler (Bassklarinette)
Bataillon Modern: Josef Reiter (Tuba), Andreas Rosskopf (Gitarre), Jan Kiesewetter (Sax) und Harald Alt (Drums)
Ensemble der Augsburger Philharmoniker: Alexander Großspietsch (Trompete), Sebastian Hausl (Percussion), Dirk Kammerer (Oboe / Oboe d’amore), Klaus Schwarzkopf (Klarinette / Baßklarinette), Judith Müller (Flöte), Agnes Malich, Dace Salmina (Violine), Christian Döring (Viola), Johannes Gutfleisch (Cello), Ursula Trappe (Bass)

3.11.2012, 20 Uhr, MAN-Museum (Heinrich-von-Buz-Straße 28, 86153 Augsburg)
Karten zu 15/10€ beim Besucherservice des Theaters Augsburg und an der Abendkasse

Eine Veranstaltung des Theaters Augsburg
In Kooperation mit der Ernst-von-Siemens Musikstiftung, der Kammermusikreihe des Theaters Augsburg und MEHR MUSIK!

Foto: Johannes Gutfleisch
Die Werke von Tobias PM Schneid und Michael Riessler sind exemplarisch für eine mögliche Verschmelzung von Neuer Musik und Jazz, die neue Wege abseits der vermeintlichen „Endstationen“ oder Schulen der jeweiligen Gattungen eröffnet. Gleichermaßen werden Spiel- und Kompositionstechniken aus der Neuen Musik in den Jazz transportiert, wie Sound, Drive, Rhythmus, freies Spiel und Improvisation aus dem Jazz in „klassische“ Komposition und Ensemblespiel.
Michael Riesslers extrem facettenreiche Musik lässt sich nur schwer einordnen als Amalgam aus Neuer Musik, Jazz, folkoristischen Elementen, Elektronik und Rock. Er arbeitet seit Jahrzehnten mit namhaften Komponisten, Solisten und Ensembles des Jazz und der Neuen Musik zusammen. Wir freuen uns besonders, dass Michael Riessler bei seinem neuen Werk „repro“ auch mit der Baßklarinette dabei sein wird!
Tobias PM Schneid´s virtuoses Ensemblestück mit Soloklavier wirkt wie ein Konzentrat aus Rhythmus, Drive und Wucht, eine rasende und spannende musikalische Achterbahnfahrt. „Lonely Monk‘s Reflection“ ist eine brillante Hommage an einen der größten Komponisten und Denker des Jazz, Thelonious Monk - am Klavier kongenial besetzt mit Andreas Skouras.
Die Band „Bataillon Modern“, bestehend aus vier herausragenden Augsburger Jazzmusikern, hat bereits beim Zukunftsmusikkonzert „Different Trains“ mit ihren Eigenkompositionen fernab des Mainstreams für Glanzlichter gesorgt und wird bei „Endstation Jazz?“ drei neue Stücke präsentieren.


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„…bisher schien das Credo "doing my own thing" der einzige gemeinsame Nenner unter Jazzmusikern zu sein. Mir scheint, dass heute der Unterschied von Original und Klon, auch das Bewusstsein dafür, mehr und mehr verschwindet. Das originär Kreative fällt dem Entertainment zum Opfer. Die mangelnde musikalische Bildung der Konsumenten beschleunigt diesen Prozess.“ (Michael Riessler)


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„Schneid ist Einzelgänger, hält sich fern von einseitig ausgerichteten Schulen oder Ästhetik-Cliquen, lebt und arbeitet seit seiner Jugend stets im Spannungsfeld unterschiedlichster musikalischer Topoi. Seine aktive Beschäftigung mit avancierten Formen des Jazz prallen auf Einflüsse und Errungenschaften der Avantgarde und erzeugen somit eine höchst eigenwillige musikalische Schizophrenie. Musikalisches Material ist somit stets disparat, schließt sich nicht gegenseitig aus, sondern kommentiert, ergänzt und kontrapunktiert sich, bildet seine ureigene Semantik. Dies hat nichts Zitathaftes oder Collagiertes, sondern der Versuch, unterschiedliche Sprachebenen zu einer in sich schlüssigen, eigenständigen Aussageform zu verbinden.“ (Marshall Leo Gambetti)

„Zwischen Stille und Lärm liegt der unendliche Reichtum an Klängen, den Bataillon Modern mit seiner Musik erobert.“ (Bataillon Modern)